Digital Savvies, faszinierende Zielgruppe...

Trendy, herausragend, ungesehen, das sind zumeist die Ansprüche, die wir an unsere digitalen Konzepte und ihre Realisierung stellen. Wir ziehen alle Register, verbinden starke mutige Botschaften mit den neusten Finessen, um Erfahrungen mit unvergleichlicher Brillianz und Tiefe zu schaffen.
Und dann stellt sich heraus, dass maximal 5 % der Bevölkerung die vielen Ideen schätzen, nein.. diese Erfahrungen überhaupt machen können.

Als „Savvies“, d.h.versierte, affine Kenner gelten im Technologiebereich die Early Adopters, die Beta User, die alle neuesten technischen Spielereien besitzen. Sie sind unsere Lieblinge, denn wir als Protagonisten des Social Web hoffen darauf, dass sie loyal und laut das Loblied auf unsere Marken singen. Das verführt uns wunderschöne Konzepte für sie zu kreieren, die leider jedoch sehr oft in einem tiefen schwarzen Loch verschwinden. Wir erreichen oft nur einen ganz geringen Prozentsatz, denn die Savvies repräsentieren in den wenigsten Fällen das gesamte Spektrum unserer Zielgruppe.

Nehmen Sie zum Beispiel QR Codes. Ein QR-Code-Reader steht nicht gerade oben auf der Liste der Apps, die auf das Smart Phone heruntergeladen werden. Da stellt sich schon die Frage: wen wollen wir mit dem QR-Code, den wir gerade auf unsere Plakaten drucken lassen, wirklich erreichen. Sehr oft fokussieren wir uns dabei auf die Zielgruppe, die genau so denkt wie wir, die technisch ver-
sierten Marketingleute. Wir interpretieren die vielen demografischen Marktzahlen so, dass sie zu unseren Digital-Hobby- oder Lobbyisten-Vorstellungen passen, statt zuerst wirklich fundiert das Verhalten der gesamten Zielgruppe zu studieren. Eine kurze einprägsame URL tut sehr oft einen weitaus besseren Dienst als ein QR-Code.

Wir wollen damit nicht sagen, dass ein „Savvy“, also ein Kenner, keinen Einfluss auf den Rest der Bevölkerung hat. Geolocation Services sind herausragende Beispiele dafür. Wenn ein Kenner eine Marke oder ein Lokal empfiehlt, dann hat das einen enormen Einfluss auf die weniger versierten Konsumenten. Beurteilungen auf Google Maps beeinflussen Hunderttausende über GPS und Smartphones und viele andere Plattformen. Aber auch da kommt es letztendlich auf die richtige Ausgestaltung an, damit die Lawine wirklich ins Rollen kommt. Belohnungen sollten zum Beispiel nicht für den Erwerb eines Produktes oder den Besuch einer Location vergeben werden, sondern dafür, dass die Empfehlung glaubwürdig weiterverbreitet wird.

Savvies, die Kenner und technisch Versierten haben ihre Rolle, ob als Vorreiter oder als wichtiger, einflussreicher Blogger, aber richten Sie Ihre Konzepte nicht nur auf diese Digital-Verrückten aus. Verlassen Sie sich nicht nur auf die, die jedem Hype nachrennen. Machen Sie Ihre Hausaufgaben, schauen Sie sich Ihre Zielgruppen und deren Kenntnisse und Verhalten genau an und kreieren Sie dann Ihre digitalen Kommunikation so, dass Sie alle ihre Zielgruppen erreichen.