Effie: nur Wirkung egal wie teuer? Nein!

Bei der letzten Mitglieder-­Versammlung des GWA machte Herr Strerath, Vorstands­Mitglied, den Vorschlag beim Effie in Zukunft Effizienz aus zu lassen und nur noch Wirkung zu bewerten. Das sehe ich kritisch. Wir brauchen wirksame Ideen & preisgünstige Umsetzung.

Zum Effie: Argumentation mit falsch angewandten betriebswirt­schaftlichen Begriffen und unlogischen Thesen.

Herr Strerath versuchte mit einer von Gutenberg vor über 50 Jahren geschaffenen Einteilung von Produktionsfaktoren zu beeindrucken. Strerath´s Zuordnung von effizienz­orientierten Kampagnen zu Betriebs­stoffen und effektivitäts­orientierten Arbeiten zu Betriebs­mitteln ist nicht nachvoll­ziehbar. Wenn man gutwillig diesen gescheiterten Versuch des Rückgriffs auf wissen­schaftliche Begriffs­definitionen unter den Tisch fallen lässt, ist es schwierig eine Argumentations­logik zu finden, die seine These stützt „ Wir müssen nur nach Wirkung schauen, um zu überleben“.
Seine Argumentation, dass wer nach Effizienz schaut, sich letzt­endlich weg­rationalisiert, ist falsch. Jeder Betriebs­stoff, der zu günstigeren Bedingungen die gleichen oder gar bessere Ergebnisse bewirkt, wird den teueren substituieren und sehr gut weiter leben. Das gilt auch für die von Strerath zitierte F&E. Jede Investition muss sich heute dem Vergleich von Wirk­samkeit zu eingesetzten Mitteln stellen.

Mit Controllern an den Schaltstellen wird Effizienz und ROI immer wichtiger.

Mit Strerath´s vequerem Einwurf uralter betriebs­wirtschaftlicher Begriffe kann man auf keinen Fall betriebs­wirtschaftlich versierte Ent­scheider beein­drucken. Controller und CEO´s sind diejenigen, die in Zukunft mehr und mehr über uns und unsere Zukunft entscheiden werden. Und dort vertieft sich mit solcher Argu­mentation und solchen Ent­scheidungen nur der Eindruck, dass Werber auf einem anderen Stern leben und keine Ahnung von Business­entscheidungen haben. Bei der sogenannten C-Suite zählen echte Business-Erfolge und vor allem Return on Investment Zahlen.

Wenn wir den Effie wieder auf einem Preis reduzieren, der Wirkung honoriert, egal wie teuer diese erkauft wird (wie in den 90er Jahren mit den Dr.Best & Co Kampagnen), dann manövrieren wir uns ganz schnell ins Aus.

Unsere Zukunft liegt in der Verbindung von wirkungsvollen Ideen und ROI, nicht in teurer Umsetzung

Wollen wir den Wert des Effies und im übrigen auch den Wert unserer Arbeit erhalten oder steigern, müssen wir auf kreative Ideen setzen, nicht auf möglichst große Medien- und Produktionsbudgets. Wirksame und nachhaltige, auch in der Umsetzung bezahlbare oder noch besser preisgünstige Ideen zu finden, darin liegt unsere Zukunft.
Es gilt Ideen und Return–on-­Investment zu liefern, Kreation und modernes betriebswirtschaftliches Denken zu vereinen und unsere Stärke darin im Effie zu demonstrieren!
Alles andere was zu Betriebs­stoffen und Mitteln und deren Realisation zählt wird im Rahmen der digitalen Disruption über kurz oder lang von Software und deren Protagonisten übernommen und da können dann selbst relativ große Agenturen nicht mehr konkurrieren, es sei denn sie profilieren sich mit den Gutenberg´schen dispositiven Faktoren.

PS.: wie Juroren und Beiräte aussagen, hat auch in den letzten 10 Jahren der Effie immer zu mindestens 2/3 Idee und Wirksamkeit honoriert, aber eben doch noch die Effizienz mit einbezogen und dabei sollten wir mindestens bleiben.