Mobile Marketing- erstes vollständiges Pull Marketing

Zum ersten Mal wird es einen Kanal geben, bei dem Marketing völlig auf Pull Maßnahmen angewiesen ist, denn in Mobile ist und bleibt Push Marketing ein Mythos. Die Macht verbleibt bei den Adressaten, den Menschen - im wahrsten Sinne des Wortes. Dieses Mal ist es wirklich „opt-in.“ Technisch können Marken zwar Anzeigen auf die mobilen Smart Phones beamen, aber Marketing muss noch viel Überzeugungsarbeit leisten, bevor Konsumenten bereit sind diesen doch sehr persönlichen Kommunikationskanal für sie zu öffnen.

Geschätzte 80% aller Emails sind zur Zeit Spam, in den US wird dagegen nur 1 Prozent aller Textmessages als solch ein Spam eingeordnet. Wie lassen sich diese statistischen Zahlen interpretieren? Wenn mobiles Marketing leicht wäre, würde jeder darauf springen, aber selbst Spammer haben Schwierigkeiten Text-Messages zu durchdringen.

Die meisten Marketingabteilungen haben immer noch nicht herausgefunden, was Mobil Marketing ist und was es für ihre Marken tun kann. Zuallererst bedarf es eines Konzeptwechsels und als zweites erfordert Mobile Marketing strukturelle Veränderungen in den Marketingabteilungen.

Bisher ist der vielgepriesene Paradigmenwechsel von Zuballern mit Nachrichten hin zu einem tatsächlichen Dialog, bei dem Botschaften vom Empfänger angefordert werden (Opt-In), selbst im Online Marketing immer noch Illusion. Zwar gilt bei E-Mails rechtlich das Opt-in-Prinzip, (in USA nur aus Compliance Gründen), aber E-Mail Werbung macht nur einen verschwindend geringen Teil aller Online-Werbeaufwendungen aus. 99% aller Gelder fließen in andere Online-Werbung, wie Search Anzeigen, Banner und Video Werbung, bei denen es keine Opt-On-Vorschriften gibt.

Mobile Marketing hat eine Vielzahl von Möglichkeiten auf verschiedenen Plattformen und Anwendungen, wie Social Media, Search, Apps, Video und location-based-Marketing, dennoch ist SMS (in den USA) immer noch das am meisten genutzte Format. Bei allen gilt: wenn der Konsument nicht sein Einverständnis gibt, verfangen sich die Marketingmaßnahmen im Spamfilter.

Um in diesem Szenario erfolgreich zu sein, bedarf es eines Mixes verschiedener Fähigkeiten und Strategien. Mobile Marketing verlangt integriertes Marketing: Marken brauchen die Erfahrung und Markenstrategiekompetenz klassischer Marketingleute ebenso wie die technische Expertise der Digitaler und die Segmentierungskenntnisse der Dialogspezialisten für Big Data. Das ist nicht leicht. Bisher arbeiten diese drei Disziplinen allzu oft in ihren Elfenbeintürmen, die einen kümmern sich um Anzeigen und TV, die andern um Web und Social Media und die Dritten um Direktmarketing-Kampagnen. Für gute mobile Kampagnen werden jedoch alle gemeinsam gebraucht. Leider werden aber oft solche neuen Teams, wenn sie sich denn überhaupt finden, oft schnell zu verlassenen Waisen, weil man nicht weiss, wo man sie ansiedeln soll, die Budgets fehlen und das Top-Management aus Unkenntnis auch nicht dahinter steht.

Ohne klares „commitment“ bleiben die Versuchsschritte in die mobile Welt aber ohne Erfolg. Der Start in diese neue mobile Welt ist sicher nicht leicht, aber Marketing kann es sich nicht leisten, diese nicht zu erobern. Mobil wächst rasant und hat PC´s schon fast überrundet – da hilft nur eine schnelle Erkundung und Hilfe von Agenturen, die darin Erfahrung haben und die drei Disziplinen klassisches, digitales und Dialog-Marketing unter einem Dach zusammenbringen.