BMA – Konferenz für B2B Marketing

Die BMA 2014, die wohl größte Konferenz für B2B Marketingmanager mit ca. 1000 Teilnehmern ist nun schon fast 3 Monate vorbei. Wir sind gerade dabei unserer eigene Veranstaltung zu planen für unser Worldwide Partners EMEA Meeting, zu dem wir an einem Vormittag auch Kunden und Interessenten einladen wollen. Ein guter Zeitpunkt für einen Rückblick: Was ist von der BMA 14 hängengeblieben? Was war davon relevant und was haben wir gelernt und auch umgesetzt? Und lohnt es sich von den dortigen Rednern einen als Keynote- Redner einzuladen?

Etwa ein Drittel der Vorträge drehten sich um das Thema „social selling in B2B“, gehalten von selbsternannten Gurus und Evangelisten, die eigentlich nichts zu B2B sagen konnten. Ihr Hauptanliegen war und ist ihre Bücher, Redezeit und Consulting zu verkaufen und das jetzt eben an den neu entdeckten B2B Sektor. Social selling in social media, die Redner meinten damit alle Facebook: Unbestritten, für die Angebote dieser Gurus ist Facebook der wichtigste Marketing- und Vertriebs-Kanal, auch wenn sie die Konferenzen mit dem face-to-face Kontakt weiterhin und dringend als weiteren Kanal brauchen.

Die Stile unterschieden sich, die Botschaften kaum. Die Drohung „wenn du nicht in social media gehst, bist du tot“ variierte darin, dass sie einmal mit der Geschichte über das eigene Gewicht garniert wurde, oder die sogenannte "Eloqueen" angeberisch ihre eigenen 10.000 Freunde in die Waagschale warf. Oder der Alleinunterhalter während der Mittagspause, der ohne Punkt und Komma, ohne einmal durchzuatmen dieselbe Botschaft mit viel Engagement und Emotionen und schönen Geschichtchen uns einbläute. Sehr erhellend war die Antwort auf die Nachfrage – warum machst Du das alles? Wegen meiner Mutter! Ein arm aus Russland eingewanderter Sohn, der es sich und seiner Mutter beweisen muss, dass er auch ohne Harvard Studium erfolgreich Bücher verkaufen und Konferenzsäle füllen kann. Ergänzt wurden die durchaus unterhaltsamen Entertainmentshows mit Rednern, die ihren schon lange bewährten allgemeinen Rezepten zu Präsentationen und Vertriebsgesprächen das Wort social voranstellten und in typischer Vertriebstrainermanier vortrugen: Kaskaden von vielen Schlagwörtern zu den Fehlern der Anderen, dann lange Pause.... bevor dann das eigene, zumeist platte Erfolgsrezept empfohlen wurde.

Wie man tatsächlich social selling erfolgreich auch für B2B in social media machen könnte, vermittelten die Redner der social medias selber, allen voran die Marketingmanager von LinkedIn, Facebook und Google. Erstaunlich wenig werblich, sehr faktenorientiert, berichteten sie auch offen und ehrlich über mögliche Fallstricke und noch vorhandene Schwächen. Sehr deutlich wurde, dass sich Facebook weg vom chatroom für teenies zum Diskussionsraum für Business-Usergruppen bewegen möchte.

Ebenso die Beiträge von Oracle und co zu Big Data. Insgesamt war dieses Thema jedoch noch relativ unbedeutend, verglichen mit dem Ankündigungsgetrommel und den unzähligen Verlautbarungen, die Presse und Blogs überschwemmt hatten.

Für mich persönlich waren die Berichte aus den B2B-Unternehmen über ihre Marketingmaßnahmen, über das Verhältnis von social selling (via Facebook) und allen anderen Maßnahmen (Facebook noch recht unwichtig) sowie kreativen, integrierten Ansätzen am inspirierendsten. GE war mehrmals mit Top-Managern vertreten und faszinierte mit der auf dieser Konferenz doch unterrepräsentierten Aussage und den Beweisen dafür: „Kreation ist weiterhin wichtig.“